Gemini: Aus Gems werden Skills – was du jetzt tun solltest

Gemini: Aus Gems werden Skills – was du jetzt tun solltest

Ab 17. November macht Google aus Gemini-Gems automatisch Skills. Was dabei mitkommt, was nicht, was es kostet und was du vorher sichern solltest.

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Du hast dir vor Monaten einen Gem gebaut. Einen „Bewerbungs-Coach“ vielleicht. Oder einen „Resteverwerter“, der weiß, dass du keinen Koriander magst. Seitdem klickst du ihn an, und er funktioniert einfach.

Ab dem 17. November heißt er anders.

Google stellt in der Gemini-App die Gems ein und ersetzt sie durch Skills. Private Konten sind zuerst dran. Die gute Nachricht vorweg: Deine Arbeit ist nicht weg. Die weniger gute: Ganz von allein läuft der Umzug auch nicht.

Gems, Skills – was ist was?

Ein Gem ist eine maßgeschneiderte Version von Gemini. Du schreibst einmal feste Anweisungen hinein („antworte kurz, duze mich, frag nach, wenn etwas unklar ist“), hängst bei Bedarf ein paar Dateien als Wissensquelle an, fertig ist dein persönlicher Assistent. Wer ChatGPT kennt: Das Prinzip entspricht den eigenen GPTs dort.

Ein Skill ist eine wiederverwendbare Anleitung, die die KI heranzieht, wenn die Aufgabe passt. Wie das Prinzip funktioniert, steht in unserem Artikel über KI-Skills im Alltag. Der Unterschied ist klein, aber spürbar: Einen Gem musstest du gezielt öffnen. Einen Skill kann Gemini mitten in einem normalen Chat nutzen.

Erfunden hat Google das nicht. Skills gibt es bei anderen Anbietern schon länger. Google zieht nach – und räumt dabei sein altes System ab.

Der Zeitplan

Der Stichtag 17. November gilt für private Google-Konten von Erwachsenen. Laut Googles Hilfeseite werden die Gems ab diesem Tag zu Skills. Die alten Gems sind dann nur noch lesbar: Du kannst sie ansehen, aber nicht mehr benutzen, bearbeiten oder neu anlegen. Am 17. Dezember verschwinden sie ganz aus den Gemini-Apps.

Wer unter 18 ist, kommt später dran. Firmenkonten (Google Workspace) haben nach Berichten bis März 2027 Zeit, Schul- und Uni-Konten bis Juni 2027.

Der wichtigste Punkt: Aus deinem Gem wird ein Entwurf. Name, Beschreibung, Anweisungen und hochgeladene Wissensdateien sollen mitkommen. Aktiv ist der Skill danach aber nicht. Du musst ihn einmal ansehen und einschalten. Wer das verpasst, wundert sich, warum der Bewerbungs-Coach plötzlich schweigt.

Was kostet das?

Im Herbst wurde es hier kurz unübersichtlich. Erste Berichte meldeten, Skills seien nur etwas für zahlende Abonnenten. Inzwischen berichten mehrere Fachmedien unter Berufung auf Googles Hilfeseiten: Skills im Gemini-Chat gibt es auch ohne Google-AI-Abo.

Mit Haken, wie immer:

  • Du musst mindestens 18 sein und ein privates Google-Konto nutzen.
  • Die Aktivitätsspeicherung („Keep Activity“) muss eingeschaltet sein. Dann behält Google deinen Gemini-Verlauf.
  • Kostenlos heißt auch hier: im Rahmen des Gratis-Kontingents. Und das ist bei Gemini zuletzt geschrumpft. Wer viel und regelmäßig arbeitet, zahlt früher oder später – bei Google wie bei allen anderen. Rechenleistung kostet echtes Geld, auch wenn man sie nicht sieht.
  • Zeitgesteuerte Aufgaben („mach das jeden Montag um acht“) bleiben nach Berichten ein Bezahl-Feature. Das Agenten-System dahinter ist in der EU ohnehin gesperrt.

Und in Deutschland? Ehrliche Antwort: noch nicht ganz klar. Google nennt nach Berichten keine Länder-Ausnahme. Bei einem Test von Notebookcheck mit einem kostenlosen Konto in Deutschland reagierte Ende September der Knopf „Skills erstellen“ aber noch nicht. Gestaffelte Starts sind bei Google normal. Verlass dich trotzdem nicht darauf, dass am 17. alles reibungslos klappt.

Der Datenschutz-Knackpunkt

Keep Activity ist der Punkt, an dem du kurz nachdenken solltest. Wer die Verlaufsspeicherung bewusst abgeschaltet hat, kann Skills nicht nutzen. Punkt.

Das ist kein Skandal. Ein Assistent, der sich an deine Vorlieben erinnern soll, muss sie irgendwo speichern. Wer ein Google-Konto mit Mail, Kalender und Fotos hat, vertraut dem Konzern ohnehin schon einiges an. Trotzdem ist es eine Entscheidung, keine Formsache.

Du hast zwei Wege:

  • Einschalten und Skills nutzen. Bequem, aber Google speichert deine Gemini-Chats.
  • Aus lassen und deine Anweisungen als Textnotiz aufheben. Bei Bedarf kopierst du sie an den Anfang eines neuen Chats. Unbequemer, funktioniert aber mit jeder KI.

Deine Checkliste bis zum 17. November

  1. Anweisungen sichern. Öffne jeden Gem, den du wirklich nutzt, und kopier den Anweisungstext in eine Notiz. Eine Minute pro Gem. Geht bei der Umwandlung etwas schief, hast du ihn noch.
  2. Wissensdateien herunterladen. Google rät selbst dazu, weil nicht jede Datei mit umzieht. Herunterladen geht zwar noch bis zum 17. Dezember. Einfacher ist es aber, das gleich mitzuerledigen.
  3. Aufräumen. Wie viele deiner Gems hast du seit dem Sommer geöffnet? Was du nicht vermisst, musst du nicht retten.
  4. Nach dem Umzug aktivieren. Geh deine Skill-Entwürfe durch, schalte die ein, die du brauchst, und teste kurz, ob die Antworten noch passen.
  5. Nicht alles erwarten. Canvas (die Arbeitsfläche für längere Texte und Code) und Deep Research (die ausführliche Recherche-Funktion) laufen mit Skills derzeit noch nicht.

Wer nicht warten will, kann seine Gems auch jetzt schon von Hand als Skills neu anlegen – sofern der Knopf bei dir schon reagiert.

Für wen ist das wichtig?

Du hast nie einen Gem gebaut? Dann ändert sich für dich erst mal nichts. Vielleicht ist der Umbau sogar ein guter Anlass, es auszuprobieren: Ein Skill ist ein Stück Text mit einer Anweisung. Programmieren musst du dafür nicht. Wenn du gerade erst anfängst, hilft dir unser Einstieg in die KI beim ersten Schritt.

Du hast fünf Gems, die du täglich nutzt? Dann nimm dir eine Viertelstunde. Sichern, ausmisten, nach dem 17. aktivieren. Mehr ist es nicht.

Und wenn Google in einem Jahr das nächste System umbaut, liegen deine Anweisungen in einer Notiz auf deinem Rechner. Die überlebt jeden Produktwechsel.