Du willst aus deinem Katzenvideo den Hintergrund rausschneiden. Bisher hieß das: teure Software, ein weiteres Konto irgendwo, oder Gefrickel mit Greenscreen. OpenShot 4.0 sagt: geht auch anders.
Der freie Videoeditor (Open Source, für Windows, macOS und Linux) hat sich ein KI-Feature eingebaut, das sich gewaschen hat: automatische Objektmasken. Du markierst dein Motiv im Video mit ein paar Klicks — einmal "das gehört dazu", einmal "das nicht" — und die Software verfolgt das Objekt durch den ganzen Clip. Kein Greenscreen (grüner Hintergrundstoff für Freistell-Tricks), kein Rotoskopieren von Hand (Bild für Bild manuell freistellen), kein Cloud-Upload.
Was die KI unter der Haube macht
OpenShot kombiniert drei KI-Modelle, die alle lokal auf deinem Rechner laufen: Eines erkennt Objekte im Bild, eines zieht daraus die Maske, ein drittes hält sie stabil, während sich das Motiv durch den Clip bewegt. Übersetzt heißt das: dein Videomaterial verlässt nie deinen Computer. Keine Wartezeit auf einen Server irgendwo, kein Abo, keine Datenschutzerklärung, die du erst lesen musst, bevor du dein Urlaubsvideo schneidest.
Das ist der Unterschied zu den meisten KI-Tools, über die wir hier schreiben: OpenShot braucht kein Internet, keinen Account und keine Kreditkarte. Software installieren, Video reinziehen, fertig.
Kostenlos ist hier wirklich kostenlos
Bei ChatGPT, Gemini oder anderen KI-Diensten ist "kostenlos" fast immer "kostenlos mit Limit" — das haben wir an dieser Stelle oft genug eingeordnet. Bei OpenShot ist das anders: Die Software ist komplett Open Source, für immer gratis, kein Freemium-Modell, kein Premium-Tarif, der irgendwann lockt.
Der Haken, falls man ihn so nennen will: KI-Objektmasken brauchen Rechenleistung. Auf einem alten Laptop ohne dedizierte Grafikkarte dauert das Tracking spürbar länger als auf aktueller Hardware. Das ist der Preis, den du zahlst — in Wartezeit, nicht in Geld.
Zusätzlich neu in Version 4.0: eine eingebaute Aufnahmefunktion für Bildschirm, Webcam, Mikrofon und Systemton, ein eigener Bereich für Farbkorrektur und zehn neue Effekte, darunter Filmkorn und Audio-Visualisierung. Die KI-Objektmaske ist aber das Feature, das wirklich neu ist — den Rest gibt es in ähnlicher Form auch bei anderen Editoren.
Für wen ist das?
Für alle, die schon mal ein Video geschnitten haben oder es lernen wollen. Du brauchst keine Programmierkenntnisse — OpenShot ist eine klassische Timeline-Software mit Maus und Klicks, keine Kommandozeile. Wer schon mit Premiere oder DaVinci Resolve gearbeitet hat, findet sich schnell zurecht. Komplette Einsteiger brauchen etwas Einarbeitung, aber keine KI-Vorkenntnisse.
Ausprobieren lohnt sich besonders, wenn dir Datenschutz wichtiger ist als das letzte bisschen Komfort, wenn du kein Geld für Adobe- oder DaVinci-Abos ausgeben willst, oder wenn du unter Linux arbeitest, wo viele kommerzielle Editoren gar nicht laufen.
Und ja, das ist wieder einer dieser Momente, wo Linux beim Thema KI die entspanntere Wahl ist: OpenShot läuft dort nativ, ohne Emulation, ohne Treiber-Drama. Unter Windows und macOS funktioniert es genauso gut — nur eben nicht ganz so reibungslos.
Was du direkt mitnehmen kannst
Lade dir OpenShot 4.0 von der offiziellen Projektseite, zieh ein Video in die Timeline, klick auf das Objekt, das du maskieren willst, und beobachte, wie die KI den Rest übernimmt. Zehn Minuten reichen für den ersten Eindruck. Keine Anmeldung, kein Abo, kein Haken im Kleingedruckten.
Ende. Ist eben so, wenn Software wirklich kostenlos ist.
