Siri. Die Frage, die niemand mehr gestellt hat, weil die Antwort immer enttäuschend war. "Ich habe das gefunden" — und dann kamen drei irrelevante Webseiten.
Das ändert sich jetzt.
Auf der WWDC 2026 — Apples jährlicher Entwicklerkonferenz — hat Apple eine grundlegend neue Siri vorgestellt. Die alte Siri war ein Kalender-Wecker-Timer-Ding mit rudimentärem Websearch. Die neue Siri ist ein vollwertiger KI-Assistent (ein Programm, das aus riesigen Textmengen lernt und Fragen beantwortet) — und das Gehirn dahinter kommt von Google: Gemini.
Der Deal, der vieles erklärt
Apple zahlt Google zum aktuellen Stand rund eine Milliarde Dollar pro Jahr dafür, dass Googles Gemini-Modell Siris Gehirn ersetzt. Für ein Unternehmen, das jahrelang betont hat, KI lieber selbst zu entwickeln, ist das eine bemerkenswerte Kehrtwende. Aber eine ehrliche. Die alte Siri war schlicht zu schwach.
Das Ergebnis: Siri kann jetzt wirklich Gespräche führen. Du kannst nachfragen, präzisieren, abbrechen und neu anfangen — ohne jedes Mal bei null zu starten. Siri liest außerdem mit, was auf deinem Bildschirm steht. Du bekommst eine Textnachricht mit Fluginfos und sagst: "Trag das in meinen Kalender ein und schick meiner Mutter die Ankunftszeit"? Siri liest den Bildschirm, erstellt den Termin, schickt die Nachricht. Kein Copy-Paste, kein App-Wechsel.
Was geht kostenlos — und was kostet dann Geld?
Die neue Siri kommt mit iOS 27, und iOS 27 ist ein kostenloses Update für alle aktuellen iPhones. Kein Abo, kein Aufpreis, keine Extras. Wer ein iPhone 15 oder neuer hat, bekommt die volle Erfahrung. Ältere Geräte bekommen ebenfalls Updates, aber möglicherweise nicht alle Funktionen.
Es gibt kein "Siri Pro" mit Extrakosten. Zumindest zum aktuellen Stand nicht.
Und meine Daten?
Berechtigte Frage. Apple hat hier einen Ansatz, der zumindest durchdacht klingt: Einfache Aufgaben — Wecker setzen, Notizen diktieren, Kontakte suchen — laufen weiterhin auf dem Gerät selbst. Nur die komplexen Anfragen, die wirklich Gemini brauchen, gehen in die Cloud (externe Rechenserver). Apple nennt das "Private Cloud Compute" und verspricht, dass diese Daten nicht gespeichert oder für das Training weiterer KI-Modelle verwendet werden.
Ob man das glaubt, ist Geschmackssache. Apples Datenschutzgeschichte ist jedenfalls besser als bei den meisten Konkurrenten.
Ist das auch für mich — oder nur für Entwickler?
Definitiv für normale iPhone-Nutzer. Keine APIs, kein Terminal, kein Fachwissen nötig. Du redest mit deinem Handy, und das Handy antwortet jetzt deutlich klüger.
Sobald iOS 27 verfügbar ist — der Rollout läuft zum aktuellen Stand schrittweise an — kannst du Siri mit echten Folgefragen testen, sie bitten, auf Basis deines Bildschirms zu handeln, und vergangene Gespräche in der neuen Siri-App nachsehen. Klingt nach dem, was Siri schon vor Jahren hätte sein sollen.
Kleiner Zusatz am Rande: WWDC 2026 war Tim Cooks letzte Keynote als Apple-CEO. Er übergibt das Ruder im September an John Ternus, Apples bisherigen Hardware-Chef. Ob das der KI-Strategie von Apple hilft — das zeigt sich dann.
Vorerst gilt: Siri ist endlich kein Running Gag mehr.
