GitHub Copilot: neues Preismodell, bessere Alternativen

GitHub Copilot: neues Preismodell, bessere Alternativen

GitHub Copilot rechnet jetzt nach Tokens ab. Warum mich das Tool nie überzeugt hat — und welche Alternativen (Claude Code, Roo/Zoo Code) ich besser finde.

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GitHub Copilot war für viele der erste KI-Assistent im Editor. Meiner auch. Seit Anfang Juni rechnet Microsoft ihn anders ab — und das ist ein guter Anlass, ehrlich Bilanz zu ziehen.

Vorweg, damit das klar ist: Was hier kommt, ist meine persönliche Erfahrung und meine Meinung. Ich habe Copilot über längere Zeit parallel zu zwei Konkurrenten genutzt — Roo Code bzw. dessen Nachfolger Zoo Code und Claude Code. Probier es selbst aus und bilde dir dein eigenes Urteil.

Was sich beim Preis geändert hat

Bisher zahltest du bei Copilot einen festen Monatsbeitrag und bekamst eine bestimmte Zahl an „Premium-Anfragen". Seit dem 1. Juni 2026 läuft es über „GitHub AI Credits": Jeder Plan enthält ein monatliches Guthaben, und verbraucht wird nach Tokens — Eingabe, Ausgabe, alles zählt. Ist das Guthaben weg, zahlst du pro Token nach (1 Credit = 1 US-Cent).

Der Einstieg (Pro) kostet aktuell rund 10 Dollar im Monat, Pro+ liegt bei 39. Die Reaktion in Entwicklerkreisen war, vorsichtig gesagt, nicht begeistert — viele fürchten unkalkulierbare Kosten.

Und genau hier wird es interessant. Denn token-basiert abzurechnen ist nicht neu — es ist sogar das Modell, an dem ich bei einem anderen Tool schon abgehadert habe.

Drei Tools, drei Erfahrungen

Roo/Zoo Code mag ich, ehrlich. Es ist quelloffen, entwickelt von Leuten, die es selbst täglich benutzen — und das merkt man der Qualität an. In meinen Augen hat es Copilot nie nur eingeholt, sondern klar überflügelt. Ein Indiz dafür, wie viele Entwickler darauf setzen: Bei OpenRouter, dem großen Modell-Vermittler, taucht Roo/Zoo Code im App-Ranking ganz oben auf — rund 30 Milliarden Tokens im Monat. Copilot fehlt in dieser Liste komplett, weil es sein eigenes Süppchen kocht.

Der Haken bei Roo/Zoo Code: Du bringst deinen eigenen API-Schlüssel mit und zahlst pro Token. Bei intensiver Nutzung macht dich das arm. Wirklich. Die Qualität stimmt, die Rechnung am Monatsende manchmal weniger.

Copilot dagegen lieferte in meinen Tests durchweg die schwächsten Ergebnisse der drei. Das ist mein subjektiver Eindruck nach längerer Nutzung — aber ein deutlicher. Auf mich wirkte das Tool oft, als stünde das Verkaufen im Vordergrund und nicht das Entwickeln. Dass ich trotzdem dabeiblieb, lag am bequemen Abo und an den Bundles, die den Frust geschluckt haben.

Claude Code erledigt seit einigen Monaten schlicht die eigentliche Arbeit. Für mich ist das Verhältnis aus Kosten und Nutzen unschlagbar: Im Abo bekomme ich ein großzügiges Nutzungskontingent, das sich alle paar Stunden auffüllt — also mehr Output für besseres Geld, statt nervös auf den Token-Zähler zu starren. Der Einstieg liegt bei rund 20 Dollar; darüber gibt es größere Stufen (ich selbst nutze inzwischen die rund 100 Euro teure). Dieser Blog hier wird übrigens damit geschrieben — das kritische Gegenlesen jedes Beitrags übernimmt danach MiniMax in der GitLab-Pipeline.

Der Codium-Faktor

Noch ein Punkt, über den selten geredet wird. Ich arbeite mit VS Codium — dem quelloffenen Zwilling von Microsofts VS Code. Das Verhältnis ist ungefähr wie zwischen Chromium und Chrome: gleicher Motor, ohne den Hersteller-Ballast.

Auf Codium ist das Copilot-Plugin nur mit Gefrickel zum Laufen zu bringen. Claude Code und Roo/Zoo Code dagegen funktionieren dort einfach — direkt als Erweiterung, ohne Verrenkungen. Für mich ein klares Signal, wer offene Werkzeuge ernst nimmt und wer nicht.

Mein Fazit

Mit der neuen Abrechnung sägt Copilot aus meiner Sicht am eigenen Ast. Ja, pro Nutzer wird Microsoft damit wohl profitabler. Aber die entscheidende Frage stellt sich der zahlende Mensch: Warum für Copilot bezahlen, wenn ich fürs gleiche Geld das quelloffene Roo/Zoo Code haben kann — oder mit einem Claude-Code-Abo mehr Nutzung bei (für mich) besserem Ergebnis?

Token-basiert abrechnen und gleichzeitig schwächere Qualität liefern als die Konkurrenz, die es teils geschenkt oder im fairen Abo gibt — das geht für mich nicht auf.

Ein ehrlicher Nachsatz gehört trotzdem dazu: Laufen Copilot die Nutzer nicht in Scharen davon, könnte Anthropic sich dieses Modell zum Vorbild nehmen und Claude irgendwann ebenfalls auf Token-Abrechnung umstellen. Wissen können wir das nicht. Aber sollte es so kommen, werden die Karten neu gemischt — und dann schaue ich genauso kritisch hin.

Berechtigte Kritik muss erlaubt sein, und das hier ist meine. Vielleicht passt Copilot in deinen Arbeitsablauf besser als in meinen — das findest du nur heraus, indem du die Alternativen einmal nebeneinander legst. Genau das würde ich dir raten.

Und während ich das hier tippe, fällt mir auf: Aus Roo Code ist inzwischen Zoo Code geworden — und was hinter diesem Namenswechsel steckt, hätte locker einen eigenen Artikel verdient. Vormerken. Kommt vielleicht bald.

Unbezahlte Empfehlung, eigene Meinung — wie immer hier.